Über den Dächern von Bern

Benä Soll­ber­ger, Bern.

Unglaub­lich Vieles ist in den letz­ten rund zwei­ein­halb Mona­ten gesche­hen. Eines jedoch blieb in dieser Zeit stets gleich: Wenn sich Andere nach meinem Befin­den erkun­digt haben, habe ich geant­wor­tet, dass mir ers­tens alle sehr leid tun, deren Leben durch die momen­tane Situa­tion in irgend­ei­ner Form beein­träch­tigt wird, und dass ich sehr dank­bar dafür bin, dass es meinen Liebs­ten und mir gesund­heit­lich und wirt­schaft­lich gut geht.

Zwei­tens – so habe ich jeweils ange­fügt – spielt sich bedingt durch die aktu­elle Situa­tion Welt­ge­schichte direkt vor unse­ren Augen ab, was uns alle zu Zeit­zeu­gen und mich nicht nur demü­tig macht, son­dern auch fas­zi­niert. Knapp zwei Jahr­zehnte nach 9/11 gilt auch nun wieder: Die Welt nach – dies­mal Corona – wird nie mehr die­selbe sein wie zuvor. Damit stellt sich die Frage, welche Berei­che des Lebens von diesen Ver­än­de­run­gen betrof­fen sein werden.

Klar ist zum Bei­spiel, dass das Über­le­ben nicht weni­ger Unter­neh­men welt­weit auf dem Spiel steht. Doch auch in Unter­neh­men, die (wohl) weiter exis­tie­ren werden, sind Ver­än­de­run­gen zu erwar­ten. So hat z.B. Twit­ter diese Woche ange­kün­digt, dass Mit­ar­bei­tende auch nach der Krise wei­ter­hin von Zuhause aus arbei­ten dürfen – Home­of­fice ahoi. Doch auch über den Wolken tut sich Eini­ges: Mir als Berner «Alt­städt­ler» ist in den ver­gan­ge­nen Wochen der stark ver­min­derte Flug­ver­kehr ab und nach Belp posi­tiv auf­ge­fal­len, und eine Google-Bil­der­su­che mit den Begrif­fen «coro­na­vi­rus ani­mals cities» genügt, um sich ein­drück­lich vor Augen zu führen, wie die Tier­welt seit dem Beginn des welt­wei­ten Lock-Downs damit begon­nen hat, Städte zu erobern.

Und was hat die aus­ser­or­dent­li­che Situa­tion mit den Men­schen gemacht, welche wochen­lang mehr oder weni­ger zuhause ver­harr­ten? Haben Einige die ein­keh­rende Ruhe genies­sen und sich wieder ver­mehrt Dingen widmen können, die sie wahr­haf­tig gerne tun? Wurden Andere mit der Zeit unru­hig und haben ihre Lebens­um­stände oder gar ihr Leben an sich zu hin­ter­fra­gen begon­nen? Doch Fragen stel­len sich nicht nur bezo­gen auf Unter­neh­men, die Tier­welt, Men­schen und Fami­lien, son­dern auch auf ganze Gesell­schaf­ten.

Ich will in dem Zusam­men­hang nicht nur aus Platz­grün­den nicht poli­ti­sie­ren, son­dern nur kurz darauf hin­wei­sen, dass momen­tan in Län­dern wie z.B. den USA oder Deutsch­land Corona-bedingt doch eini­ges mehr an Unruhe zu herr­schen scheint als in der Schweiz, und damit steht die Frage im Raum, wie sich diese und andere Staa­ten wei­ter­ent­wi­ckeln werden. Schluss­end­lich ist aber der gesamte Planet von den aktu­el­len Ereig­nis­sen betrof­fen, und wir werden sehen, in wel­chen Berei­chen und auf welche Art diese die Welt mittel- und lang­fris­tig ver­än­dern werden. Bis dahin gilt: Unglaub­lich Vieles ist in den letz­ten rund zwei­ein­halb Mona­ten gesche­hen.

Dis­c­lai­mer: Die publi­zier­ten Bei­träge ent­hal­ten die Mei­nun­gen und Stand­punkte der Ver­fas­sen­den, nicht jene von Cro­nica Corona.

Und: Die Bei­träge sind nicht lek­to­riert, Fehler sind Cha­rak­ter und damit Teil der Authen­ti­zi­tät von Cro­nica Corona.

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