2020: A Mexi­can Odyssey

Von David Mihalka.

Am 20. Januar 2020 gings von Zürich ab nach Mexiko. Da ich keine Nach­rich­ten lese, habe ich nichts von dem Virus mit­be­kom­men. Man muss nicht Nach­rich­ten sich regel­mä­ßig rein­zie­hen. Viele meinen, ja das es not­wen­dig ist Bescheid zu wissen. Mag sein, aber meine Gesund­heit und meine Freude sind mir wich­ti­ger, als auf den neu­es­ten Stand von Schre­ckens­mel­dun­gen und Nega­ti­vi­tät zu sein. Das not­wen­digste bekommt man ja eh mit von andern, was auch bei mir geschah irgend­wann Anfang Februar. Ich habe dem aber nicht viel Beach­tung geschenkt. Es kamen Erin­ne­run­gen and die Schwei­ne­grippe und andere, deren Namen ich nicht mehr weiß. Was mich aber auch nicht sehr küm­mern, da ich gesund lebe, Sport treibe und auf meine Ernäh­rung achte. Grippe bekomme ich nicht.

Als die Nach­richt durch­kam, dass die Gren­zen in Europa zu sind, kippte bei mir die Stim­mung. Das war der Zeit­punkt, wo ich anfing täg­lich Nach­rich­ten aus aller Welt zu lesen und im Inter­net zu for­schen. Dadurch bin ich auch auf Ver­schwö­rungs­theo­rien gesto­ßen. Das hat mich rich­tig rein­ge­zo­gen und ich habe gegen meine Prin­zi­pien ver­sto­ßen, keine Nach­rich­ten und Ver­schwö­rungs­theo­rien zu lesen/schauen.

Welt­un­ter­gangs­stim­mung! Dann Anfang März kam der Virus auch nach Mexiko und Panik brach aus. Die Leute stan­den lange Schlange für Essen, Des­in­fek­ti­ons­mit­tel und Klo­pa­pier. Viele leere Regale. Auch fingen mehr und mehr die Mund­schutz­mas­ken frei­wil­lig in der Öffent­lich­keit zu tragen. Ich habe gespürt wie die Leute Panik und Angst hatten. Das und die Nach­rich­ten und ver­rück­ten Theo­rien haben mich auch angesteckt.

Dau­ernd habe ich meine Hände des­in­fi­ziert wenn ich drau­ßen unter­wegs war. Ein komi­sches Gefühl wenn man jeman­den zur Begrü­ßung umar­men will und der­je­nige lehnt es ab. Mit der Zeit wurden die Nach­rich­ten immer schlim­mer. Ich blieb fast nur zuhause und ging täg­lich im Park spa­zie­ren. Die Bewe­gung hat mit sehr gut gehol­fen in dieser Phase. Doch es gab immer wieder Über­ra­schun­gen! Mein Rück­flug, der am 8.4.2020 geplant war wurde stor­niert. Das erfuhr ich eine Woche zuvor. Die Air­line sagte, dass alle Flüge stor­niert wurden und es nur noch im April einen Rück­flug am 3.4 gäbe. Diesen habe ich genom­men. Nun musste ich ganz schnell meine Rück­reise orga­ni­sie­ren, da ich in der Mitte von Mexiko war und mein Rück­flug von Cancún aus ging.

Ein Tag vor dem Abflug aus Cancún ging ich zum Flug­ha­fen in Agu­as­ca­li­en­tes. Als ich in der Reihe stand sah ich am Moni­tor, dass mein Flug nach Cancún stor­niert wurde. Man fühlt sich so macht­los und ver­lo­ren. Am Schal­ter haben sie mir ange­bo­ten den Flug von einer andern großen Stadt am glei­chen Tag am Abend zuneh­men. Ich wurde aber auch gewarnt, da an diesem Tag schon 4 Flüge nach Cancún stor­niert wurden. Also buchte ich um und nahm einen Bus nach Gua­da­la­jara. Der Bus war leer. Nur ich und ein ande­rer Pas­sa­gier. So sur­real. Und wieder stand ich in der Reihe am Flug­ha­fen. Vor mir habe ich Leute auf Spa­nisch reden hören, dass ein Flug stor­niert wurde. Ich war sehr nervös. Als ich am Zug war, wurden meine Tickets stor­niert und mein Koffer abge­nom­men. Was für ein Gefühl von Freude! Der ganze Flug­ha­fen war leer. Wie in einem apo­ka­lyp­ti­schen Horror Film. Sur­real. In dem Flug­zeug waren weni­ger als 20 Per­so­nen. Nach einer Über­nach­tung in Cancún gings zum Flug­ha­fen. Ein­ge­checkt. Als ich zu meinem Gate ging sah ich aus der Ferne das Flug­zeug von Edel­weiss mit der roten Schnauze. Ich war über­glück­lich, als hätte ich im Lotto gewon­nen. Jetzt war ich mir sicher, dass ich nach Hause kommen kann! Das Flug­zeug war auch ziem­lich leer. Am Flug­ha­fen gab es Pro­bleme, da ich einen Deut­schen Pass habe. Fast sah es so aus als könne ich nicht ein­rei­sen. Mein Vater hat mich abge­holt. Meine Mutter, war nicht dabei, da sie ihre ster­bende Mutter in einem ande­ren Land beglei­tet. Wir können sie nicht besuchen.

Mit der Zeit habe ich die Lage akzep­tiert. Arbei­ten kann ich jetzt als Foto­graf nicht. Nutze aber die Zeit an meinem neuen Buch zu arbei­ten. Jeden Tag gehe ich drau­ßen viel spa­zie­ren und kämpfe gegen Nega­ti­vi­tät. Die Ver­schwö­rungs­theo­rien sehe ich mit ande­ren Augen, ob sie wahr sind oder nicht, inter­es­siert mich nicht mehr. Sie haben keinen Platz mehr in meinem Leben.

Viele Men­schen haben unter­schied­li­che Mei­nun­gen, dass kann ich sehr gut ver­ste­hen. Es betrifft uns alle auf einen emo­tio­na­len und finan­zi­el­len Level. Eine gute Zeit Ver­ständ­nis zu üben. Die Krise wird uns alle ver­än­dern und ich meine zum Positiven. 

Als ich hier in Deutsch­land einer der weni­gen war, der einen Mund­schutz trug, wurde ich oft an geschmun­zelt und einmal hat sich jemand über mich lustig gemacht. Ich hatte Ver­ständ­nis. Paar Wochen später muss­ten die­je­ni­gen per Gesetzt eine Maske tragen. Hof­fent­lich lernen sie aus dieser Erfahrung.

Ich denke diese Krise wird uns näher zusam­men­brin­gen und wir werden die selbst­ver­ständ­li­chen Dinge in Zukunft mehr schät­zen, was auch immer die Wahr­heit über Corona ist.

Bleibt gesund und positiv!

Dis­c­lai­mer: Die publi­zier­ten Bei­träge ent­hal­ten die Mei­nun­gen und Stand­punkte der Ver­fas­sen­den, nicht jene von Cro­nica Corona. 

Und: Die Bei­träge sind nicht lek­to­riert, Fehler sind Cha­rak­ter und damit Teil der Authen­ti­zi­tät von Cro­nica Corona.

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